Darf man Bananenschalen im Wald wegwerfen?

Ich habe im Internet nach Antworten gesucht:

Darf man Bananenschalen wegen der langsamen Verrottung nicht wegwerfen?
https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/14828/verrotten-bananenschalen-im-wald-oder-schaden-sie-der-umwelt/
Bananenschalen verrotten extrem langsam. Das kann fünf Jahre dauern. Das hat damit zu tun, dass die Früchte in wärmeren Gegenden beheimatet sind.

https://www.bergwelten.com/a/berg-knigge-darf-ich-am-berg-meinen-apfel-wegwerfen
Apfel verrottet schnell, wenn er nicht ohnehin davor schon von Tieren gefressen wird. Bei der Banane verhält es sich anders: Die Schalen von Tropenfrüchten verrotten zwar auch, brauchen in unserem Klima aber viel länger.

Meine Erfahrung ist da ganz anders:
Beim Sieben des Komposts, was ich etwa jedes zweite Jahr mache und wobei der jüngste Biomüll etwa 1 Jahr alt ist (ab dann sammeln wir den Biomüll in einem zweiten Komposthaufen), ist mir nie eine Bananenschale oder auch nur Teile davon aufgefallen. Was ich z.B. fand, sind kleinste Zweige, Schnüre von Teebeuteln (kommen jetzt in den Restmüll), Nussschalen, ...
Ich kann also keineswegs bestätigen, dass Bananenschalen zum Verrotten „ewig“ oder „5 Jahre“ brauchen.

Was für ein Argument ist eigentlich das langsame Verrotten?
Äste oder gar Bäume brauchen mehrere Jahre bevor sie auch nur teilweise verrotten.
Wenn eine Bananenschale also nicht schädlich ist und nicht stört, weil man sie nicht direkt auf oder an den Weg fallen lässt, ist es meiner Meinung nach nicht schlimm, wenn das Verrotten etwas länger dauert.


Darf man Bananenschalen wegen ihrer Schadstoffe nicht wegwerfen?
Bei Bio-Bananen wäre das schon mal kein Problem.
Kennt jemand eine Vorschrift oder Empfehlung, dass man Nicht-Bio-Bananen nicht in eine Komposttonne oder auf einen Komposthaufen werfen darf?
Nach Suche im Internet fand ich
http://www.garten-freunde.com/abfaelle-kompostieren/304 „am besten auch keine Bananenschalen“
http://www.alternativ-gesund-leben.de/was-darf-auf-den-komposter-und-was-nicht/ „bedingt Bananenschalen, da normale Bananen sehr stark mit giftigen Chemikalien gespritzt sind“
https://kompost.de/fileadmin/docs/kompostportal/Liste_der_fuer_Kompostier_hausgarten.pdf „Bananen-, Orangen-, Mandarinen- und Zitronenschalen können jederzeit im Hausgarten kompostiert werden.“
https://www.awbkoeln.de/tonnen/biotonne/ Das gehört rein: u.a. Schalen von Obst und Gemüse

Es herrscht also etwas Uneinigkeit und es wird nicht völlig ausgeschlossen.


Drohen unerwünschte Neophyten, wenn man Bananenschalen wegwirft?
Da die Bananenschalen keine Samen enthalten und das Klima hierzulande sowieso nicht für das Gedeihen von Bananenstauden geeignet ist, besteht keine  Gefahr, dass im Wald Bananenstauden wachsen.
Die Gefahr, dass unerwünscht Apfelbäume wachsen, ist bei Apfelkitschen wegen der Samen und des Klimas deutlich höher. Allerdings habe ich noch keine Apfelbäume im Wald gesehen.


Soll man Bananenschalen vielleicht sogar explizit wegwerfen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Bananenschale „hohes Potenzial als Dünger“ (Keine Angabe, wie schnell eine Bananenschale verrottet.)
http://www.stylebook.de/beauty/tipps-und-tricks-mit-bananenschalen-959238.html u.a. “Anti-Pickel-Maske”, “Für weiße Zähne”, “Zum Essen“, „Gegen Mückenstiche“, „Als Warzenpflaster“, “Kompostieren“

Bananenschalen als Dünger empfehlen auch die folgenden Seiten:
http://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_56104660/bananenschalen-als-duenger-tipps.html
http://www.landschaftsgaertner.org/rosenduenger-rosen-duenger.htm


Gibt es Gesetze gegen die Abfallentsorgung im Wald?
Natürlich:
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=3830&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=376271
(1) Abfälle zur Beseitigung dürfen im Wald weder fortgeworfen ...
(4) Die Bestimmungen dieses Paragraphen gelten nicht für pflanzliche Abfälle, die bei der Bewirtschaftung des Waldes üblicherweise entstehen.

Also keine Ausnahme für Äpfel, Möhren, ...


Spielt die Menge des Abfalls eine Rolle?
https://umwelt.bussgeldkatalog.org/gartenabfaelle/ fängt an bei Größenordnung „ein Eimer“

Wenn man Bananenschalen nicht bergeweise auf einer Stelle sammelt, droht sicher keine Überdüngung.


Fazit:
Ganz sicher geht, wer bei einer Wanderung seine Bananenschale mit nach Hause nimmt und es schafft, sie bei der Sondermüll-Entsorgung los zu werden ;-) Toi, toi, toi!
Ebenso, wer seine Äpfel- und Möhrenreste mit nach Hause nimmt und am besten auf den Komposthaufen oder in die Biotonne wirft.
Wer mir unbedingt ein schlechtes Gewissen einreden will, falls ich mal eine Bananenschale (meist Bio-Banane) ins Gebüsch werfen sollte, braucht es gar nicht erst versuchen ;-)


Hier noch eine Bildergalerie über den Verrottungsvorgang einer Bananenschale:

Am Tag des Auslegens im Garten.

Am Folgetag

Nach 3 Tagen

Nach 6 Tagen. Obwohl die Bananenschale exponiert liegt, muss man sie jetzt schon fast suchen.

Nach 13 Tagen. Die Schale ist schon ziemlich dünn.

Nach 24 Tagen. Suchbild mit Bananenschale. Durch Wind oder Regen war die Bananenschale ein paar cm verrückt worden und ich fand sie fast nicht. Die Schale wird immer kleiner und leichter.

 

Nach 37 Tagen. Ein Teil der Bananenschale ist nicht mehr auffindbar. Der Rest bekommt immer mehr Löcher.

 

Nach 62 Tagen: es ist nichts mehr da. Da wir im Urlaub waren, kann ich nicht genau sagen, wann sich die Banane vollständig aufgelöst hat.

Jetzt mache ich eine neue Reihe mit mehreren Objekten:

Am 1. Tag: Apfelkitsch, Bananenschale, Kirschlorbeer (mit Blättern und Zweig), Fliederzweig, Haselnussblatt und Stein (damit möglichst nichts fliegen geht und als Größenvergleich für die Zukunft)

Am 5. Tag: der Apfelkitsch und die Bananenschale werden etwas braun.
Ein Möhrenendstück ist 2 Tage später hinzugekommen

Am 14. Tag: der Apfelkitsch ist schon stark verrottet. Die Bananenschale ist schon ziemlich braun.
Das Möhrenendstück ist nicht mehr da, vermutlich von einem Tier (Katze, Igel, Vogel, …) geklaut.
Das Haselnussblatt ist schon etwas verrottet.
Der Kirschlorbeer und der Fliederzweig sind unverändert.

Am 26. Tag: der Apfelkitsch ist weg (vermutlich komplett verrottet, vielleicht ist der Stil noch irgendwo). Die Bananenschale ist komplett schwarz, dünn und hat einige Löcher. Das Haselnussblatt ist weg (vermutlich komplett verrottet)
Beim Kirschlorbeer fangen ein paar Blätter an etwas zu verrotten.
Der Fliederzweig ist unverändert.

Am 40. Tag: Die Bananenschale besteht noch aus 2 dünnen, schwarzen, leichten Streifen.
Beim Kirschlorbeer ist die Verrottung kaum fortgeschritten.
Den Fliederzweig kann ich vermutlich noch in Jahren betrachten.

Am 71. Tag. Die Bananenschale ist längst komplett verrottet.
Um den schleichenden Verrottungsprozess des Kirschlorbeers und des Fliederzweigs weiter zu beobachten,
werde ich die Fotoserie jetzt mit größeren zeitlichen Abständen fortsetzen.

Nach 6,5 Monaten:
Beim Kirschlorbeer sind inzwischen die Blätter verrottet. Um zu beobachten, dass sich die Zweige des Kirschlorbeers und des Fliederzweigs zersetzen, kann ich vermutlich in Jahren wieder schauen.

Nach weiteren Monaten waren die bis dahin unverrotteten Zweigen unserer Gartenarbeit zum Opfer gefallen und nicht mehr auffindbar.

 

 

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